E2-Jugend : Spielbericht
5. Spieltag - 10.10.2026 09:30 Uhr
| TSV Rot-Weiß Zerbst | Dessauer SV 97 e.V. II | |||
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1 | : | 0 | ![]() |
| (1 | : | 0) | ||
Aufstellung
| TOR | Bruno G. |
| ABW | Alessio B. |
| Jonas R. | |
| MIT | Jonathan P. (26' Matvii U.) |
| Lennox J.C | |
| Matheo K. (26' Nico M.) | |
| Nora S. | |
| STU | Toni V. (26' Fin H.) |
| Ersatzbank | |
| Fin H. ( 26') | |
| Matvii U. ( 26') | |
| Nico M. ( 26') | |
Spielstatistik
Zuschauer
15Torfolge
| 1:0 (11') | TSV Rot-Weiß Zerbst |
Ein dickes Brett für den Favoriten – E2 fordert Rot-Weiß Zerbst
5. Spieltag Anhalt-Liga | Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Zerbst E1 | Zuschauer: 15
Mit breiter Brust nach Zerbst
Die Ausgangslage war klar: Wir hauen alles rein und versuchen, dem haushohen Favoriten ein Bein zu stellen.
Basti nahmen wir einmal mehr als Maskottchen, Glücksbringer und Co-Trainer mit – je nach Bedarf. Da er sein wunderschönes blaues FCM-Trikot trug, das uns bereits am Vortag im Zweitligaspiel gegen Hannover drei Punkte beschert hatte, wurden vorab sämtliche Tasten der Aberglaubenklaviatur bespielt. Wenn das nicht für einen erfolgreichen Fußballsonntag reicht, was dann?
Bei herbstlich kühlem Wetter und bedecktem Himmel waren die äußeren Bedingungen eher ungemütlich. Unsere Kinder zeigten sich davon unbeeindruckt und waren schon bei der Erwärmung hochmotiviert. Ein paar gezielte Korrekturen sowie ermahnende und aufbauende Worte hielten die Konzentration hoch. Ein zusätzliches Anzünden der Lunte war nicht nötig – die Mannschaft war von Beginn an hellwach.
Der Favorit staunt – und der DSV spielt Fußball
Wir starteten mit Bruno im Tor, Alessio und Jonas in der Zweierkette, der eingespielten Mittelfeldformation mit Joni, Nora, Lennox und Matheo sowie Toni im Sturmzentrum. Auf der Bank standen Fin, der nach überstandener Erkältung erstmals wieder in den Wettkampfbetrieb einstieg, und Matvii sowie Nico als offensive und defensive Optionen bereit.
Die erste Offensivaktion gehörte uns. Unaufgeregt und präzise ließen wir den Ball durch die eigenen Reihen zirkulieren. Lediglich der letzte Pass in den Strafraum geriet etwas zu scharf, sodass Toni ihn nicht mehr erreichen konnte.
Anschließend übernahm Zerbst zunehmend das Zepter. Doch unsere Zentrale war bestens besetzt: Nora und Lennox räumten ab, was in ihre Richtung rollte. Wenn doch einmal ein Pass durchkam, störten Jonas und Alessio die rot-weißen Stürmer bereits bei der Ballannahme. Über die Flügel mit Joni und Matheo eröffneten wir anschließend das Spiel neu.
So entstanden genau die Umschaltmomente, die wir vorab besprochen hatten. Toni machte Bälle fest, das Mittelfeld rückte nach – oder unser Mittelstürmer nahm das Eins-gegen-eins an und vertraute auf Durchsetzungsvermögen und Schusskraft.
Nach zehn Minuten stand es tatsächlich 0:0. Wir Trainer schauten uns ungläubig an: Beide Mannschaften agierten absolut auf Augenhöhe! Der Zerbster Torhüter musste bereits mehrfach in höchster Not eingreifen, während Bruno bis dahin bei der Erwärmung stärker gefordert gewesen war als im Spiel.
Die ominöse 11. Spielminute
Doch dann war er da; dieser eine Augenblick, der alles veränderte. Ein Zerbster Offensivspieler versuchte es aus etwa 15 Metern mit einem nicht einmal besonders scharfen Schuss. Alessio war zur Stelle und blockte den Ball. Doch das Spielgerät bekam einen unglücklichen Drall und drehte sich mit einer kuriosen Flugbahn im rechten Winkel unseres Tores ins Netz.
0:1. Wie unglücklich kann ein Gegentor fallen?
Kein Vorwurf an Alessio oder Bruno. Alessio musste in den Schuss gehen, Bruno konnte bei diesem abgefälschten Ball kaum reagieren. Das war schlicht Pech.
Doch unsere Kinder ließen die Köpfe nicht hängen. Sie feuerten sich gegenseitig an, munterten sich auf und kämpften gemeinsam weiter.
Liebe Leser, genau dieses Verhalten lässt das Trainerherz aufgehen! Diese Truppe ist mittlerweile zu einer echten Einheit zusammengewachsen.
Zerbst drückt – aber wir halten dagegen
Die Gastgeber wollten nachlegen und ließen uns ihre vermeintliche körperliche Überlegenheit spüren. Wir hielten dagegen und erspielten uns weitere Chancen.
Toni tankte sich einmal durch, doch für einen präzisen Abschluss fehlte letztlich die Kraft. Matheo kombinierte sich anschließend mit Joni bis an die Grundlinie und zwang den Zerbster Torhüter zu einer Glanzparade. Auch Lennox kam mehrfach aus dem Hinterhalt zum Abschluss. Nur wollte der Ball noch nicht ins Eckige.
Inzwischen durften auch unsere Ersatzspieler Spieltagsluft schnuppern: Matvii kam für Joni auf links, Nico übernahm Matheos Position. Matheo rückte später noch für einige Minuten ins Zentrum und entlastete Lennox. Alle drei Einwechsler fügten sich nahtlos in die starke Mannschaftsleistung ein. Unsere überfallartigen Umschaltmomente waren gefährlich – wir müssen sie künftig lediglich noch cleverer ausspielen.
Eine kleine Randnotiz und Asche auf unser Trainerhaupt: Fins Spieltagskleidung hatten wir vergessen. Beim Positionswechsel mit Toni mussten wir deshalb kurzerhand die Trikots tauschen. Die Zerbster Offiziellen waren informiert. Wir verbuchen den Fauxpas als Lerninhalt für die Trainer – und hoffentlich nicht als neue Tradition. 😉
Halbzeit: Ist hier mehr drin?
In der Halbzeitansprache wussten wir kaum, wohin mit unserem Lob. Gegen den haushohen Favoriten hatten wir nicht nur dagegengehalten, sondern uns eigene Chancen erarbeitet und das Spiel offen gestaltet.
Natürlich erinnerten wir die Kinder daran, dass erst die Hälfte der Reise geschafft war. Wir wollten weiter konzentriert bleiben und uns nicht von der guten Leistung blenden lassen.
Aber ganz ehrlich: War hier heute vielleicht wirklich mehr drin? Durften wir tatsächlich auf Punkte spekulieren?
Zerbst findet keine Lösung
Wir begannen die zweite Halbzeit in derselben Formation wie zu Spielbeginn. Bereits beim Anstoß kam, was wir erwartet hatten: kurze Ballberührung, anschließend der lange Ball in Richtung DSV-Tor.
Doch unser Defensivverbund stand felsenfest und klärte immer wieder. Bruno zeichnete sich einige Male mit starken Fußabwehren aus, während sich das Spielgeschehen ansonsten überwiegend zwischen den Strafräumen abspielte. Klare Torchancen blieben in dieser Phase auf beiden Seiten Mangelware.
Mitte der zweiten Halbzeit wurde deutlich, wie sehr wir den Favoriten beschäftigten: Die Zerbster Trainer forderten von ihren Schützlingen zunehmend "mehr Fußballspielen" ein.
Das allein ist natürlich kein Beweis dafür, dass wir alles richtig machten. Aber es zeigte, dass wir Zerbst mit unserer kompakten Defensive, konsequentem Stören und viel Einsatz das Leben ordentlich schwer machten. Offensichtlich verhinderten wir erfolgreich, dass der Favorit sein gewohntes Spiel aufziehen konnte.
Zehn Minuten vor Schluss gingen wir ins Risiko und brachten einen zweiten Stürmer. Matvii und Fin sorgten für Unruhe, das Spiel verlagerte sich zunehmend in die Zerbster Hälfte.
Doch dann der Schreckmoment: Wir verloren den Ball und Zerbst konterte. Der Stürmer kreuzte Jonas' Laufweg und kam zu Fall. In der Bundesliga hätte diese Szene vermutlich hitzige Diskussionen über eine mögliche Notbremse ausgelöst, denn ein weiterer Verteidiger war nicht mehr hinter Jonas positioniert. Unser Schiedsrichter bewies jedoch Fingerspitzengefühl und beließ es bei einem Freistoß.
Dieser brachte nichts ein. Und so waren wir wieder am Drücker.
Der Ausgleich liegt in der Luft
Wir verlagerten das Spielgeschehen verstärkt auf die linke Seite. Im Zusammenspiel mit Lennox und Fin kam Joni in aussichtsreicher Position an der Strafraumkante an den Ball.
Er warf seine sagenhaften 24 Kilogramm Körpermasse in den Vollspannschuss – doch der Ball verfehlte knapp den linken Pfosten. Schade! Mittlerweile waren wir näher am Ausgleich als Zerbst an der Vorentscheidung. Doch die Uhr spielte den Gastgebern in die Hände. Pünktlich ertönte der Schlusspfiff.
Rot-Weiß Zerbst E1 – Dessauer SV 97 E2: 1:0.
Verlierer? Gewinner? Auf den ersten Blick nicht zu erkennen!
Nach dem Abpfiff des guten Schiedsrichters blickten wir in die Gesichter der Kinder. Wer hier gewonnen und wer verloren hatte, war kaum zu erkennen. Natürlich waren wir enttäuscht, dass wir uns für diese Leistung nicht mit einem Punkt belohnen konnten. Gleichzeitig durfte unsere Mannschaft mit breiter Brust auf das schauen, was sie geleistet hatte.
Und die Zerbster Kinder blickten ungläubig drein, als wären sie soeben aus einem Fiebertraum erwacht – dabei hatten sie gerade erfolgreich 3 Punkte eingefahren!?
...und dann stand noch das Neunmeterschießen an.
Mit voller Überzeugung stellten wir uns auch dieser Aufgabe. Wieder einmal konnten wir die gefürchtete Kollektivbestrafung für aufsummierte verschossene Strafstöße vermeiden. Der Rest war Freude.
Was bleibt?
Wir haben heute gesehen, dass wir kämpferisch und taktisch auch gegen richtig starke Mannschaften bestehen können. Durch unseren Einsatz und das deutlich verbesserte Stellungsspiel sind wir zu einem dicken, harten Brett geworden, das nur schwer zu bohren und zu bespielen ist.
An Ruhe und Abgeklärtheit im Abschluss müssen wir allerdings weiterarbeiten. Manchmal entscheiden wir zu früh, manchmal zu spät – und gelegentlich wählen wir eine Lösung, die keinen erfolgreichen Torabschluss ermöglicht. Hier brauchen wir mehr Übersicht, mehr Kreativität und die nötige Ruhe vor dem Tor.
Vergleichen wir unseren Saisonstart mit dem, was wir mittlerweile auf den Platz bringen, erkennen wir riesige Entwicklungsschritte. Und die sind nicht nur fußballerischer Natur.
Die gegenseitige Unterstützung, das Anfeuern nach Rückschlägen und der gemeinsame Wille, sich gegen einen starken Gegner zu behaupten, haben uns besonders gefallen. Zugegeben: Im Training sieht das manchmal noch ein wenig anders aus. 😉
Deshalb noch einmal für alle zum Mitschreiben: Sich gegenseitig helfen und unterstützen ist ausdrücklich nicht verboten! Im Gegenteil – es ist erwünscht. Heute haben die Kinder eindrucksvoll gezeigt, was eine geschlossene Mannschaftsleistung bewirken kann.
Danke an unsere Unterstützer!
Einmal mehr möchten wir uns bei unseren Eltern, Fans und Unterstützern bedanken. Danke für euren Support vor Ort, fürs Mitfiebern und natürlich für den Chauffeurdienst unserer Kinder. Ohne euch wären solche Auswärtsspiele nicht möglich!
Ausblick: Wittenberg, Ferien – und ein heißes Kienfichten-Derby?
Wir nehmen aus Zerbst zwar keine Punkte mit, dafür aber Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass wir uns auch vor großen Namen nicht verstecken müssen.
Und eines ist nach dieser Leistung klar: Unsere E1 sollte sich beim nächsten Kienfichten-Derby schon einmal warm anziehen! 😄 Wenn unsere E2 so weiterarbeitet, könnte es für die großen Brüder auf dem heimischen Platz durchaus ungemütlich werden.
Zuvor planen wir für das kommende Wochenende noch ein Testspiel gegen Wittenberg. Dabei sollen auch unsere Perspektivspieler zum Einsatz kommen und wertvolle Spielpraxis sammeln. Anschließend entlassen wir die Kinder in die wohlverdienten Ferien – hoffentlich mit reichlich Selbstvertrauen und guter Laune.
DSV 97 – gemeinsam kämpfen, gemeinsam lernen, gemeinsam besser werden! 💙


