Dessauer SV 97 e.V.
Abteilung Fußball

E2-Jugend : Spielbericht

Freundschaftsspiele
29.09.2026 17:30 Uhr
SV Friedersdorf 1920   Dessauer SV 97 e.V. II
SV Friedersdorf 1920 2 : 2 Dessauer SV 97 e.V. II
(1 : 0)

Spielstatistik

Tore

Lennox J., Luisina W.

Assists

Jonathan P.

Zuschauer

15

Torfolge

1:0 (5')SV Friedersdorf 1920 per Weitschuss
1:1 (31')Luisina W. (Jonathan P.)
1:2 (35')Lennox J.
2:2 (55')SV Friedersdorf 1920

Friedersdorf und die kleinen Stellschrauben – E2 erkämpft sich ein 2:2

Testspiel: SV Friedersdorf 1920 – Dessauer SV 97 E2
Anstoß: 17:30 Uhr
Spielzeit: 3 × 20 Minuten
Zuschauer: zahlreiche Auswärtsfahrer
Schiedsrichter: keiner – Fairplay First

Ein Werktag, 17:30 Uhr – und trotzdem jede Menge Auswärtsfahrer

Dienstag, 17:30 Uhr. Werktag. Eigentlich also nicht unbedingt der klassische Termin für eine große Auswärtsfahrt. Und doch begleiteten uns heute mehr als eine Handvoll Auswärtsfahrer an den Muldestausee. Hut ab und vielen Dank dafür!

Den SV Friedersdorf kannten wir bereits vom Vorbereitungsturnier in Gräfenhainichen. Dort hatten wir zwar unglücklich mit 1:2 verloren, waren spielerisch aber durchaus die gefälligere Mannschaft. Um uns noch einmal auf der gesamten Kleinfeldgröße miteinander zu messen, hatten wir deshalb ganz bewusst bei Friedersdorf angefragt. Unsere Anfrage wurde sehr freundlich angenommen – und so stand heute der nächste Test auf dem Programm. Ein Blick auf die Tabelle zeigte allerdings schnell: Mit Fallobst hatten wir es hier ganz sicher nicht zu tun.

Friedersdorf hatte aus den ersten vier Pflichtspielen 10 Punkte geholt und dabei ein beeindruckendes Torverhältnis von 21:2 vorzuweisen. Im Pokal musste man erst nach Verlängerung gegen Blau-Weiß Dessau die Segel streichen.

Blau-Weiß? Da war doch was.

Vor zwei Wochen verloren wir dort mit 0:11. Und vor Wochenfrist musste auch unsere E1 gegen Blau-Weiß mit 1:6 die Segel streichen. Hatten wir uns heute womöglich etwas zu viel zugemutet? Oder war Friedersdorf in Gräfenhainichen tatsächlich nur mit der B-Elf unterwegs gewesen? Die Antwort sollte uns 60 Minuten später etwas klarer sein.

Sommerabend statt Herbstkick

Zehn wackere Kinder schnallten sich pünktlich um 17 Uhr die Töppen an. Das Wetter spielte dabei hervorragend mit: sonnig, angenehm warm und leicht windig. Zu Beginn lagen die Temperaturen gefühlt noch bei rund 25 °C. Für Ende September also eher Fußballsommer als Herbstromantik.

Während der Erwärmung wurden die letzten Details geklärt: 3 × 20 Minuten, kein Schiedsrichter, Fairplay First. „Auf ein gutes Spiel!“

Vom Seitenrand wirkte das Kleinfeld plötzlich riesig. Und Aram in unserem Tor? Irgendwie ziemlich klein. Die Eltern waren offenbar neugierig und machten den Zollstocktest. Ergebnis: 80 × 40 Meter. Na wunderbar. Eine kostenlose Konditionseinheit stand uns also offenbar bevor.

Friedersdorf übernimmt das Kommando

Bis auf zwei Positionen starteten wir nahezu wie im letzten siegreichen Ligaspiel gegen die Flämingkicker:
Aram stand im Tor. Alessio rückte auf die rechte Seite des Abwehrverbunds, während Jonas links defensiv für Nico übernahm. Im Mittelfeld trieben Joni auf links, Lennox zentral offensiv und Matheo auf rechts das Spiel an. Nora agierte erneut als Bindeglied zwischen Abwehr und Offensive und sollte lautstark für Ordnung im Mannschaftsverbund sorgen. Als Spitze kam erneut Toni zum Einsatz. Arthur und Luli nahmen zunächst auf der Bank Platz, sollten im Laufe der Partie aber noch reichlich Spielzeit bekommen.

Und dann ging es los.

Die ersten Offensivbemühungen gehörten noch uns. Doch schon bald verlagerte sich das Spielgeschehen zusehends in unsere Hälfte. Wir ließen uns unglaublich weit zurückdrängen und überließen den Jungs vom Muldestausee beinahe vollständig das Mittelfeld. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es klingelte. Und so kam es in der 5. Minute. Zentral fehlte uns komplett der Zugriff und ein Friedersdorfer Akteur durfte völlig unbedrängt abschließen.

0:1.

Immer wieder eroberten wir zwar den Ball, doch binnen weniger Sekunden war er schon wieder beim Gegner. Zum Glück hatten wir Aram. Unser Keeper war ein ums andere Mal in höchster Not zur Stelle und hielt mit starken Paraden den Spielstand offen.
Mit zunehmender Spielzeit standen wir defensiv deutlich höher und konnten das Geschehen nach und nach wieder Richtung Friedersdorfer Tor verlagern. Die ersten eigenen Abschlüsse waren allerdings noch zu ungefährlich.

Halbzeit: kleine Stellschrauben, große Wirkung

In der Pause nahmen wir kleinere Änderungen vor. Arthur übernahm für Jonas den linken defensiven Part und Luli ging für Toni in die Spitze.

Vor allem wollten wir defensiv deutlich enger am Gegenspieler stehen. Die Friedersdorfer Angreifer sollten gar nicht erst Zeit bekommen, aufzudrehen oder ihre Geschwindigkeit auszuspielen. Unsere körperliche Präsenz sollte den flinken Angreifern den Garaus machen.

Gesagt, getan.

Zweites Drittel: Jetzt sind wir dran!

Friedersdorf wechselte einmal komplett durch. Und unsere Ansprache zeigte Wirkung.

Alessio und Arthur gewannen nun nahezu jeden Zweikampf und eröffneten anschließend mit scharfen Schnittstellenpässen unsere Offensivaktionen. Plötzlich waren wir am Drücker. Der Ausgleich lag förmlich in der Luft.
In der 31. Minute bekam Joni auf der linken Seite den Ball vor die Füße. Er trieb die Kugel nach vorne und brachte sie scharf vor das Tor. Dort waren sich Torwart und Abwehrspieler offenbar nicht ganz einig, wer denn nun eigentlich zuständig sei. Luli sagte sich: „Dann nehme ich ihn.“ Abstauber.

1:1!

Keine vier Minuten später stand Lennox goldrichtig und fing einen Abstoß des Torhüters ab. Und dann gab es kein langes Überlegen. Lennox drosch den Ball in die Maschen.

2:1 für den DSV!

Spiel gedreht! Die Belohnung für eine wesentlich präsentere und druckvollere Spielweise.

Es ist immer wieder toll zu sehen, wenn es bei den Kindern klick macht und sie selbst erleben, wie sich das Drehen an kleinen Stellschrauben unmittelbar auf dem Platz bemerkbar macht.
Nicht unbedingt zehn neue Dinge lernen. Manchmal reicht es, zwei Dinge anders zu machen – und plötzlich funktioniert es.

Mit der 2:1-Führung ging es in die zweite Drittelpause.

Das große Experimentieren

Nun war Zeit zum Experimentieren. Nachdem sich Alessio in den letzten Minuten des zweiten Drittels bereits im defensiven Mittelfeld austoben durfte, ging es für ihn wieder zurück auf seine angestammte Verteidigerposition. Jonas kam für Arthur zurück.
Matheo rückte in den Sturm, Luli übernahm zentral defensiv, Nora ging auf die zentrale offensive Position, Joni blieb links und Toni übernahm die rechte Seite.

Arthur hatte sich nach seiner starken Defensivleistung eine Pause redlich verdient. Auch Lennox durfte nun etwas länger durchatmen. Friedersdorf brachte dagegen wieder seine erste Garnitur.

Die letzten 20 Minuten konnten beginnen.

Friedersdorf drückt – wir halten dagegen

Man merkte den Gastgebern an, dass sie sich nicht mit einer Niederlage in den Abend verabschieden wollten. Immer wieder trieben sie den Ball über unsere linke Seite nach vorne. Zu wirklich gefährlichen Abschlüssen kamen sie zunächst allerdings nicht.

Trotzdem begann das Spiel der ersten Halbzeit wieder etwas durchzuscheinen: Friedersdorf schaffte es, uns defensiv zu binden. Aber wir setzten immer wieder Nadelstiche.
Vor allem Matheo bekam aussichtsreiche Kontersituationen und hätte mit etwas mehr Fortune sogar das vorentscheidende 3:1 erzielen können.

Doch dieses eine Tor wollte einfach nicht fallen.

Die letzten zehn Minuten – jetzt wurde es zäh

Ab der 50. Minute machten sich langsam Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Nicht ganz überraschend bei einem 3.200 qm großen Spielfeld und mittlerweile fast einer Stunde Fußball in den Beinen. Vor allem die konsequente Rückwärtsbewegung ließ etwas nach. Jonas wurde dadurch immer wieder in risikoreiche Eins-gegen-eins-Situationen gezwungen.

Lennox ersetzte deshalb Joni auf der linken Seite, der nun endlich einmal durchschnaufen durfte. Sogleich bekamen wir wieder etwas Stabilität. Allerdings wollten wir offenbar im Übermut nun unbedingt die endgültige Entscheidung erzwingen. Anders ist das Gegentor in der 55. Minute kaum zu erklären.

In der eigenen Offensivbewegung verloren wir den Ball und standen plötzlich hinten vollkommen blank. Vier gegen eins. Die Friedersdorfer liefen auf Jonas zu, der noch versuchte, den ballführenden Gegner nach außen abzudrängen. Doch der anschließende Querpass machte es den Gastgebern einfach. Der Ball wurde an Aram vorbei ins Tor geschoben.

2:2.

Das war vermutlich eine Mischung aus Übermut, Erschöpfung und Unkonzentriertheit. Denn auf eine derart fehlende defensive Absicherung konnten wir in dieser Saison bisher eigentlich noch nicht zurückblicken. Eher das Gegenteil. Aber auch daraus werden wir lernen.

Manchmal ist Fußball eben der beste Lehrmeister. 😉

Die letzten fünf Minuten wurden noch einmal etwas zittrig. Doch wirklich gefährlich wurde Friedersdorf in der Schlussphase nicht mehr. Und so blieb es schließlich beim gerechten 2:2-Unentschieden.

Unsere Erkenntnisse: Wir können mithalten!

Was nehmen wir aus diesem Test mit? Eine ganze Menge:
Eng am Gegenspieler stehen, die Ballannahme stören und den eigenen Körper geschickt einsetzen – das können wir. Und genau das wollen wir künftig noch häufiger anwenden.

Außerdem hat sich erneut gezeigt, dass jeder Spieler und jede Spielerin mindestens zwei Positionen auf dem Feld abdecken kann. Wir versuchen weiterhin, uns spielerisch aus der Umklammerung zu befreien. Hier sollten wir allerdings noch häufiger die Lösung über die Außenbahnen suchen. Bei Befreiungsaktionen durch die Mitte war der Ball viel zu häufig viel zu schnell wieder beim Gegner.

Und trotzdem bleibt vor allem eines hängen: Unsere kleine positive Serie hält an.

Nach dem ersten Liga-Dreier gegen die Flämingkicker konnten wir heute auch gegen einen vermeintlich stärker einzuschätzenden Gegner bestehen. Mehr noch: Wir haben selbst spielerische Akzente gesetzt, das Spiel nach einem Rückstand gedreht und Friedersdorf über weite Strecken vor Probleme gestellt.

Dass am Ende nicht der Sieg, sondern ein 2:2 auf dem Papier steht, ist deshalb vollkommen in Ordnung.

Wir lernen. Wir probieren. Wir korrigieren. Und wir sehen immer häufiger, dass unsere Arbeit Wirkung zeigt.

Danke nach Friedersdorf

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den SV Friedersdorf 1920 für die Einladung, die Gastfreundschaft und die freundliche Atmosphäre rund um dieses Testspiel. Es hat uns großen Spaß gemacht, uns noch einmal über die komplette Kleinfeldgröße mit euch zu messen.

Und natürlich möchten wir uns auch ganz herzlich bei unseren Eltern bedanken, die sich mitten in der Woche am späten Nachmittag auf den Weg an den Muldestausee gemacht haben. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Chapeau und vielen Dank für euren Support!

Ein Dienstagabend, 17:30 Uhr, 80 × 40 Meter und 60 Minuten Fußball – am Ende standen ein 2:2 und jede Menge Erkenntnisse auf dem Zettel.

So darf eine Trainingseinheit aussehen.

DSV 97 – gemeinsam kämpfen, gemeinsam lernen, gemeinsam besser werden! 💙